Autorenkollege Steven Omen hat mich zur Teilnahme "Liebster Award" nominiert. Danke, sehr gern habe ich dafür die nachfolgenden 11 Fragen beantwortet. September 2015.

1. Was beschreibst du an einem Buchcharakter zuerst: Sein Aussehen oder seine Eigenheiten?

Sein Aussehen, die Eigenheiten folgen dann aber ziemlich schnell.

2. Brauchst du eine bestimmte Umgebung, um Schreiben zu können?
Nein, im Prinzip nicht, aber wenn ich an meinem Element, dem Meer bin, dann geht es doppelt so gut.

3. Schreibst du eine Geschichte von vorne bis hinten durch, oder schreibst du zuerst einzelne Szenen, um die herum sich dann alles entwickelt?

Meine ersten Bücher enthalten Kurzgeschichten, die habe ich einfach von vorn bis zum Schluss geschrieben. Momentan schreibe ich an meinem ersten großen Roman. Dazu habe ich vorab einen Plot für die 13 Kapitel entwickelt, den dann mein Agent Hubert Quirbach „gegengelesen“ hat. Nun schreibe ich Kapitel für Kapitel, momentan befinde ich mich in Nummer 4.

4. Haben deine Protagonisten ein Eigenleben?

Oh, ja und manchmal beginnen sie Dinge zu machen oder Sachen zu sagen, wo ich mich wundere.

5. Welche Stadt wäre für dich das perfekte Umfeld, in der du am liebsten einen Krimi verorten würdest?

Krimi ist nicht wirklich mein Genre, aber wenn, dann würde ich als Ort London spannend finden.

6. Gibt es einen Autor, den du dein Vorbild nennen würdest?

Ach, ja, so einige. Sehr beeindruckt hat mich der Weg den Nele Neuhaus auf der Autorenleiter genommen hat. So „groß“ zu werden ist sicher wunderbar, aber bestimmt auch in vielen Punkten schwierig. Ich weiß gar nicht genau, ob ich das will.

7. Welchen Platz nimmt das Schreiben in deinem Leben ein?

Einen sehr großen Platz. Es entspannt, beflügelt und motiviert mich und gehört inzwischen zu mir wie der Kaffee am Morgen.

8. Wenn dir jemand sagen würde, dass du ab sofort ein Jahr lang nichts mehr schreiben dürftest, was würdest du antworten?

Ich würde gar nichts antworten und mich umdrehen und gehen.

9. Welchen Namen würdest du niemals einem Protagonisten geben und warum?

Barbara, der Grund ist sehr persönlich.

10. Wenn du ein berühmter Autor wärst (oder sein wirst), welchen Satz würdest du einem Schreibanfänger mitgeben?

Kämpfe für das große Ziel und schaffe Dir ein gutes Netzwerk.

11. Was würdest du zuerst tun, wenn man dir einen Literaturpreis verleihen würde?

Ich glaube, ich würde beginnen zu weinen.


Videointerview von madlefotowelt mit Brina Stein und Boris Noruschat anläßlich ihrer Lesung am 31.07.2014 an Bord der Viermastbark Passat im Heimathafen Travemünde:

https://www.youtube.com/watch?v=VqUxYh3ggfc

Ein Interview mit Brina Stein am 16.10.13 anlässlich des ersten Buchgeburtstages von "Wellengeflüster", welches gleichzeitig den Start ihrer eigenen, monatlichen Kolumne bei schiffsjournal.de einläutet:


Die unter Kreuzfahrern beliebte Autorin, Brina Stein, hat die Liebe zur Schifffahrt und die Liebe zum Schreiben für sich entdeckt. Eine Gemeinsamkeit, die sie mit uns vom Schiffsjournal, neben der Geburtsstadt Berlin, teilt. Für viele Kreuzfahrer gibt es nichts Schöneres als ein gutes Buch an Deck. Das Werk „Wellengeflüster – Neunzehn Seegänge mit Brina Stein“ gehört definitiv zu den Büchern, die schon so manches Mal auf Deck gesichtet wurden. Ein Erfolg, der für sich spricht! Wir freuen uns sehr Brina Stein im Interview und parallel dazu als künftige Kolumnisten auf unserer Seite begrüßen zu dürfen!

1. Seit wann schreiben Sie und wie kam es dazu?

Geschrieben habe ich schon im Alter von 20 Jahren, aber mehr so für mich. Beim Schreiben kann ich meine Gedanken ordnen. Als ich vor über zehn Jahren die Kreuzfahrt für mich als perfekte Urlaubsform entdeckte, begann ich Reiseberichte in Kreuzfahrtforen zu verfassen. Diese wurden immer sehr gelobt. Oft hatte ich bei vielen Erlebnissen gesagt: „Das sollte man festhalten, ich müsste ein Buch schreiben.“ 2011 belegte ich einen Online-Schreibkurs bei Verena Rotermund. Ich wollte herausbekommen, wo ich wirklich stehe. Verena hat mich ermutigt meinen Traum wahr zu machen und sie hat mein Buch mit viel Liebe und Fingerspitzengefühl lektoriert.

2. Was hat sich verändert durch das Buch „Wellengeflüster – Neunzehn Seegänge mit Brina Stein“ und was wäre Ihnen ohne dem Buch wohlmöglich entgangen?

Alles. Ein eigenes Buch ist ein wenig ein Kind, an dem Tag, wo es in Dein Leben tritt, verändert sich die Welt. Die Tage vor der Veröffentlichung waren schlimm, ich lag nachts oft wach und machte mir Gedanken, ob es auch den künftigen Lesern gefallen wird. Wenn ich überlege, wen ich alles nicht kennengelernt hätte, dann ist das heute, ein Jahr später, kaum vorstellbar. Mit vielen Lesern stehe ich im Austausch bei Facebook, sie sind zu Freunden geworden. Auch auf den vielen Lesungen habe ich interessante Gespräche mit Besuchern geführt. Ebenso hat sich mein eigenes Leseverhalten verändert. Ich habe einen ganz neuen Buchmarkt entdeckt, den der Autoren, die so wie ich, noch nicht in den großen Buchhandlungen liegen, aber fantastische Werke geschrieben haben.

3. Wie schaut für Sie der Alltag neben der Schreiberei aus?

Ich arbeite genauso wie früher, treffe Freunde, gehe einkaufen und verbringe entspannte Stunden mit meinem Mann. Wenn mir jedoch gerade wieder ein Seegang in den Kopf kommt, dann greife ich zum Laptop, um die Gedanken festzuhalten. Die besten Ideen habe ich übrigens lustiger weise immer unter der Dusche.

4. Inwieweit spielen tatsächliche Erlebnisse von Bord eine Rolle in den Erzählungen?

Viel Erlebtes und Erfahrenes steckt in den Geschichten. So ist z.B. „Amors Pfeil“ eigentlich die Geschichte von mir und meinem Mann. Wir haben uns 2003 auf einem Kreuzfahrtschiff kennen gelernt. Es stellte sich an Bord heraus, dass wir auch 2002 auf demselben gewesen sind, allerdings ohne uns zu begegnen. Oder der Seegang „Ein Tag im Leben einer Webcam“. Die Helgard (sie hieß natürlich ganz anders) habe ich tatsächlich mal an Bord gesehen, allerdings ist sie nur in meiner Fantasie auf die Herrenrunde aus Niedersachsen, die es definitiv auch gibt, getroffen. Das Leben schreibt oft die besten Geschichten, oft sitze ich auf einer Kreuzfahrt einfach nur da und studiere Menschen, manche schaffen es danach in einen SeegangJ.

5. Warum kommen für Sie ausgerechnet maritime Geschichten in Frage?

Das Meer und Schiffe haben mich schon seit meiner Kindheit an der Ostsee fasziniert. Als dann Wolfgang Rademann in den 80iger Jahren mit dem „Traumschiff“ das Fernsehen erreichte, war es um mich geschehen. Ein großer Traum von mir ist eine Traumschiff-Episode schreiben zu dürfen. Es ist nicht so, dass ich es nicht schon mal versucht habe. Sie kam sogar bis auf seinen Tisch. Nach drei wöchigem Warten schickte Wolfgang Rademann eine persönliche, handgeschriebene Karte. Er bedankte sich bei mir, aber es sei keine Story für ihn, meine Idee war ihm zu modern. Mal sehen was ich mit dem Material einmal machen werde.

6. Welche Gedanken verfolgten Sie nach Ihrer ersten Kreuzfahrt?

Schon im Flieger auf dem Weg nach Hause wusste ich, dass ich wiederkommen werde. Nach der Cruise ist vor der Cruise, das ist noch heute so.

7. Wie wir erfahren haben, schreiben Sie derzeit an einer Fortsetzung von ihrem Erstlingswerk. Gibt es schon etwas was Sie unseren Lesern zum neuen Buch verraten können?

Ja, aufgrund der positiven Resonanz schreibe ich seit Dezember 2012 neue Seegänge. Viel verraten möchte ich noch nicht, außer, dass auch im zweiten Teil wieder die Hälfte der Geschichten fiktiv sein wird. Das war und ist es auch, was Leser beim ersten Buch überzeugt hat, Betrachtungsweisen aus Sicht von Gegenständen oder Tieren. Das war neu und bisher in keinem Buch zum Thema Kreuzfahrt zu finden.

8. Worauf können sich Brina Stein Fans zukünftig freuen?

Zunächst erst mal auf monatliche „kleine Seegänge“ auf der Plattform von schiffsjournal.de! Eine eigene Kolumne zu haben, ist für mich wunderbar, erst recht, wenn sie von meinem Kooperationspartner Boris Noruschat von Kreuzfahrtunikate mit einer passenden Illustration bereichert werden. Ich möchte später auch einen ganzen Roman schreiben, die Idee dafür ist schon im Kopf. Außerdem wirke ich beim 8plusX-Autorenteam mit. Das ist eine Gruppe, die sich via Facebook gefunden hat und gemeinsam einen Roman schreibt. Wir alle haben uns noch nie gesehen und schreiben in unterschiedlichen Genres. Auch in dem Werk gibt es einen Koffer, der mir natürlich besonders am Herzen liegt.

9. Gibt es Tipps die Sie an Nachwuchsautoren weitergeben möchten?

Ja, glaubt an Eure Träume und gebt nicht auf. Kontakte sind das A und O in der Branche, also pflegt diese oder sucht sie aktiv. Greift auch mal zu ungewöhnlichen Methoden und Ihr werdet überrascht sein, was herauskommen wird.

10. Vervollständigen Sie bitte folgende Sätze:

Ein gutes Buch … ist für mich wie eine Freundschaft, ich bin traurig, wenn es zu Ende geht.

Auf Kreuzfahrt … und auf dem Meer fühle ich mich unendlich frei.

Die neue Kolumne beim Schiffsjournal … ist für mich eine große Herausforderung und eine Bereicherung meiner Autorentätigkeit.

Oktober 2013

Ein Interview mit Brina Stein über die Entstehung des Buches und ihre Pläne für 2013. Durchgeführt von Christine Starmann,Administratorin des beliebten Familienforums www.kids-on-cruise.de:

KoC: "Liebe Brina - als ambitionierte Kreuzfahrerin bist Du uns ja schon seit langem bekannt, vom Traumschiff bis zum Clubschiff bist Du ja schon mit vielen Schiffen unterwegs gewesen. Auch Deine zahlreichen Reiseberichte lesen wir immer gerne - Wie kam es jetzt zu Deinem Buch?"

Brina: "Ich wurde quasi von meiner Lektorin Verena Rotermund, die eng mit dem Telescope Verlag zusammenarbeitet, entdeckt. Ich schreibe schon seit 20 Jahren, aber eher für mich. Zu sehen für die Öffentlichkeit waren nur Reiseberichte, die immer sehr gelobt wurden. Als ich 2011 einen Online-Schreibkurs bei Verena machte, sprach sie mich nach ein paar Einsendeaufgaben an, ob ich nicht mal ein Buch schreiben will. Und ob ich wollte. Geprägt durch viele Seegänge seit 10 Jahren hatte ich viele Themen. Oft hatte ich auf Reisen gesagt, darüber müsste man mal ein Buch schreiben:-). Verena hat übrigens meine fiktive Schreibart geweckt, mit einer interessanten Aufgabe über die ich noch nicht zu viel verraten möchte, denn inzwischen sind wir darüber in Verhandlung und an einer großen Sache dran. Mehr dazu in 2013:-)! Das letzte Modul des Schreibkurses habe ich bis heute nicht vollendet, denn ich habe mich nach der Zusage des Verlags voll auf meine Seegänge konzentriert :-)! ..."

KoC: "Dein erstes Buch ist nun fertig und die ersten begeisterten Rezensionen dürften Dich bestätigen & motivieren - Was macht Brina momentan bzw. was planst Du für die Zukunft, dürfen wir uns bald auf noch mehr Seegänge freuen?"

Brina: "Ich freue mich über bereits mehr als 200 verkauften Exemplare in acht Wochen. Speziell freue ich mich über Lesefans, die mich wirklich gar nicht kennen und über das Buch begeistert sind. Natürlich ist es aber auch schön, positives Feedback von Freunden und Bekannten zu bekommen. Es haben sich Leute wieder gemeldet von denen ich nie angenommen hätte, dass sie mein Buch lesen würden. Und es ist schön von so tollen Foren wie Kids-on-Cruise.de unterstützt zu werden, danke! Aktuell arbeite ich natürlich an neuen Seegängen, ja es wird eine Fortsetzung geben!!! Wann steht noch nicht exakt fest, 2013/14. Thematisch und konzeptionell stehen jedoch acht neue Seegänge schon. Und ich gehe natürlich auch 2013 auf Kreuzfahrt, da werden neue Inspirationen dazu kommen! Ich habe eine Fortsetzung zu "Amors Pfeil" bereits fertig. Sie wird dreimal so lang sein und nun zunächst bei einem Wettbewerb eingereicht werden zum 31.12.12. Ob ich gewinne oder nicht, sie soll im Frühjahr als ebook erscheinen. Wer genau den ersten Teil gelesen hat und die "Häufig gestellten Fragen", der weiß ja, dass diese Geschichte mir sehr am Herzen liegt. Jessica und Tim werden sich wiedersehen und es wird auch bei der zweiten gemeinsamen Reise richtig spannend werden. Im Jahr 2013 möchte ich auch viele Lesungen halten. Im Rahmen der Leipziger Buchmesse werde ich in Leipzig vermutlich auf einem Schifff lesen. Weitere Lesungen sind in Planung. Langgöns steht schon fest. In den Städten München, Berlin und in meinen Heimatstädten Travemünde und Eppstein bin ich in Planung. Ich wurde neulich mal gefragt, wann ich schlafe, denn auch hauptberuflich habe ich einen zeitintensiven Job. Ja, ich schlafe auch, aber oft wache ich mit neuen Ideen auf. Es macht einfach Spass, wenn man erstmal den Anfang und auch die Begeisterung gefunden hat :-)"

KoC: Liebe Brina - Uns macht es auch sehr viel Spaß von Dir zu hören & zu lesen und wir freuen uns schon jetzt auf die Fortsetzung! Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, ein bisschen was zu Deinen Plänen zu verraten!

Dezember 2012