Brina Stein

Jahresausklang auf Madeira

Funchal Lieber Leser, PROLOG

10 – 9 – 8 – 7 – 6 – 5 – 4 – 3 – 2 – 1 … Willkommen 2015! Das neue Jahr hatte also begonnen. Stolz blickte ich auf meinen Hafen, in welchem schön illuminiert sechs Kreuzfahrtschiffe lagen. Ich selbst funkelte auch wie eine Lichterorgel aus den 70er-Jahren. Meine Weihnachtsdekoration gepaart mit dem Feuerwerk zu Silvester ließ mich in allen Farbenfacetten strahlen, auf die ein Maler in seiner Palette stolz wäre. Wer ich bin? Ich bin die Stadt Funchal und die Hauptstadt der Insel Madeira. Meinen Namen verdanke ich meinen portugiesischen Entdeckern, die damals große Mengen Fenchel bei meiner Entdeckung hier vorfanden. Schon im Jahre 1421 wurde ich gegründet, 1508 erhielt ich Stadtrechte und seit dem 16. Jahrhundert bin ich Bischofssitz. Erst seit dem Jahre 1950 etablierte ich mich als Kreuzfahrthafen. Heute wird meine Einfahrt als eine der spektakulärsten der Welt angepriesen und oft in einem Atemzug mit dem Anlauf von Rio de Janeiro verglichen. Das macht mich sehr stolz, dabei verfüge ich doch nicht über eine Christus-Statue. Doch mein Berg, an dem ich optisch zu kleben scheine und der Monte heißt, hat die gleiche Höhe von 800 Metern wie der berühmte Zuckerhut in Südamerika.

Ein ganz besonderer Jahresausklang voller interessanter Geschichten, welche ineinander übergreifen. Spannung und Lesespaß sind garantiert.

Amazone Bewertung

Zurück zum Jahresausklang oder dem stets faszinierenden Neubeginn. Nachdem das spektakuläre Feuerwerk an Land endete, startete jedes der sechs Kreuzfahrschiffe sein eigenes. Bestimmt ein echtes Highlight für die Passagiere. Deren Anzahl, alle Schiffe zusammengezählt, berechnete ich auf ungefähr 10.000 Menschen. Das war schon eine Hausnummer! Interessiert betrachtete ich die unterschiedlichen Schiffe genauer. Sie alle waren im Hellen angekommen und hatten mich mehr oder weniger begeistert. Doch jetzt im Dunklen sahen sie alle noch schöner aus. Ihre Decks waren mit bunten, leuchtenden Lichtergirlanden geschmückt. Viele Menschen standen dort oben und schauten in den erleuchteten Nachthimmel. Die beiden großen Schiffe, die an der vorderen Pier lagen, kannte ich. Sie kamen mich in der Wintersaison jede Woche besuchen. Das erste Schiff war blau und große Schriftzüge zierten seine Außenhaut. Das zweite, welches dahinterlag, hatte am Bug sogar Augen. Im Anschluss lag ein Kleineres mit einem orangen Schornstein. Ich war mir nicht sicher, ob es schon mal in meinem Hafen gelegen hatte. Am besten gefiel mir das kleinste Kreuzfahrtschiff, das aussah wie eine große Jacht und ein wenig abseits des Hafens auf Reede lag. Von ihm aus musste man einen atemberaubenden Ausblick auf mich und die anderen Schiffe haben. Nahe meinem Park lag ein kleiner Klassiker, an dessen Heck die deutsche Flagge wehte. Auch dieses kannte ich. Es fuhr um die Welt, besuchte mich hin und wieder, jedoch nicht jedes Jahr. Das sechste Schiff war erst am frühen Abend angekommen und lag auch auf Reede. Es war mit Abstand das größte Schiff und es lief mich das erste Mal an. Als es am Horizont auftauchte, dachte ich zunächst, ein schwimmendes Hochhaus käme auf mich zugefahren. Ich konnte jetzt deutlich beobachten, wie aufmerksam sich die sechs Schiffe gegenseitig bei ihren Feuerwerken beäugten.

Klar, jedes Schiff wollte für seine Gäste mit dem schönsten punkten. Der Mega-Liner auf Reede machte eindeutig das Rennen. Die Crew schoss die Raketen derart gezielt in die Höhe, dass zum Abschluss die Zahlen 2-0-1-5 am Himmel leuchteten. Das bildete dann auch den krönenden Abschluss gegen 01:00 Uhr. Allerdings gingen die Partys an Bord noch bis in die frühen Morgenstunden weiter. Der Geräuschpegel war nicht zu überhören, doch da meine Einwohner auch die Nacht zum Tag machten, störte sich niemand daran.

Als am Neujahrsmorgen fast alle Schiffe meinen Hafen verlassen hatten, kehrte endlich Ruhe ein. Da fiel mein Blick plötzlich auf die Kaimauer. Ich traute meinen Augen nicht! Dort, wo sich stets die Reedereien mit ihren gemalten Schiffsbildern verewigt hatten, eine Tradition seit Beginn der frühen Seefahrt, war nichts mehr zu sehen als eine große schwarze Wand. Jemand musste in der letzten Nacht alle Bilder „gestohlen“ haben. Wie war das bloß möglich?

Madeira Hafen Funchal
Madeira die Blumeninsel
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NEUE WELT

Es war der 21. Oktober und das Segelboot „Gerlinde“ verließ den Hafen von Travemünde. Kalli stand vorn am Bug, winkte dem stolzen Dreimaster Passat zu und salutierte würdevoll vor der Nordermole.

„Endlich geiht dat los, eenmal üm die Welt“, krähte er mit aufgeregter Stimme. Und wie es so typisch für ihn war, nahm er einen großen Schluck aus seinem Flachmann, den er stets bei sich führte. Als er sich umdrehte, sah er Hans-Hu- go, der eigentlich nur Hans hieß, sicher das große Steuerrad aus Holz bedienen. Soeben kam auch der dritte Mann an Bord an Deck. Josef, früher als Pastor tätig gewesen, hatte sich dem Küchendienst verschrieben und erkundigte sich bei Hans-Hugo nach den Wünschen für das Abendbrot.

Jahresausklang auf Madeira

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