Brina Stein

Jahresausklang auf Sylt

Prolog

Dezember den 28

„Rita, jetzt schenk doch bitte mal Sekt nach, ich sitze hier seit Niebüll auf dem Trockenen“, bat Ute eindringlich.

„Eine Flasche haben wir noch“, trompetete Rita zurück, als sie in ihre große, gelbe Kühltasche blickte. Rosi klatschte freudig in ihre Hände. Der Mann des Ehepaares, das bereits im Abteil des InterCitys gesessen hatte, verdrehte genervt die Augen. Seitdem das Damentrio das Abteil in Hannover betreten hatte, war es mit der Ruhe vorbei gewesen. Kaum, dass der Zug losgefahren war, hatten sie lauter kleine Köstlichkeiten wie selbst gemachte Frikadellen, Kartoffelsalat und Marmorkuchen ausgepackt. Dazu gab es erst Kaffee und seit Hamburg Sekt. Großzügig hatten sie ihm und seiner Frau angeboten, doch diese hatten stets abgelehnt. Er meinte, nicht richtig zu hören, als seine Frau plötzlich sagte:

„Ach, so einen Sekt trinke ich jetzt doch mal mit Ihnen.“ Genervt schaute er sie von der Seite an. Sie tat so, als würde sie es nicht bemerken.

Meine Meinung: Dieses Buch kann man super zum entspannen oder im Urlaub lesen. Für alle Freunde von Sylt und dem Meer kann ich es nur empfehlen. Aber auch für Menschen wie mich die noch nie auf Sylt waren, ist es eine reine Freude es zu lesen.

Alexandra - Amazone Bewertung

„Na, endlich“, grölte Rita und schenkte ihr sofort einen Plastikbecher voll ein. Sie stießen an. Er wusste inzwischen alles über diese Frauen. Sie waren Landfrauen und wohnten in der Nähe von Hannover. Er schätzte sie um die sechzig Jahre alt. Irgendein Hans-Hugo hatte sie zum Jahresaus- klang nach Sylt eingeladen. Und nicht irgendwohin, sondern in das beste Hotel am Platze in Westerland, in das Stadt

 

Hannover. Beinahe majestätisch – wie ein Schloss – thronte es am Anfang der Fußgängerzone. Die Inneneinrichtung glich einem englischen Landhaus. Jedes Zimmer war anders eingerichtet und Hans-Hugo hatte nicht die normalen

Doppelzimmer reserviert, sondern die Suiten. Man gönnte sich ja sonst nichts. Das 5-Sterne-Haus im Herzen von Westerland bot perfekten Service in seiner Gästebetreuung. Vom Shuttleservice bis zum abendlichen Bettaufdecken fehlte es dem Gast an nichts. Seine Frau und er hatten mal einen Cocktail an der Bar genossen und als er, der nicht unvermögend war, einen Blick auf die Zimmerliste geworfen hatte, es gab kein Zimmer unter 250 EUR die Nacht, hatte selbst er gezuckt. Insgeheim fragte er sich gerade, wie das Personal dort wohl mit diesen rustikalen Damen fertig werden würde. Aber nicht nur die Landfrauen hatte dieser Hans-Hugo, alleine schon der Name, eingeladen, auch seine Freunde Kalli und Josef. Die Männer würden mit einem Segelboot von Travemünde nach List segeln. Kalli schien der Freund von Ute zu sein. Weitere Gäste wären Ina und Basti, die mit dem Auto kommen würden. Ina hatte ein Reisebüro in Hannover. Leider hatten die Landfrauen genau in Niebüll, beim Halt im Bahnhof, besagte Ina in der Schlange entdeckt, die vor der Auffahrt zum Autozug stand. Obwohl es draußen unendlich kalt war, riss die Lauteste der Frauen, Rita, das Fenster auf und alle drei hingen sich hinaus und schrien aus Leibeskräften nach „ihrer“ Ina. Diese stand fröstelnd vor ihrem Auto und winkte eifrig zurück mit beiden Armen. Neben ihr stand ein Mann, der schließlich auch die Hand zum Gruß hob. Das musste dieser Basti sein. Der Mann war froh, als sich der Zug wieder in Bewegung setzte und sie das Fenster schlossen. Danach war keinesfalls Ruhe angesagt und an eine beschauliche Fahrt über den 11 Kilometer langen Hindenburgdamm war nicht zu denken.

Die Landfrauen lamentierten in einem fort, wie sehr sich ihre Ina verändert hätte, seit sie mit Basti zusammen wäre, sie würde nicht mal mehr einen Sekt mit ihnen trinken. Ihr Gesundheitsbewusstsein hätte sich ins Unermessliche gesteigert, sie er- nährte sich nun auch tageweise vegan. Darüber schüttelten die Frauen nur verständnislos die Köpfe. Zudem befanden sie, dass man die Ernährungsumstellung, wie Ina es nannte, ihrer Figur aber nicht ansehen konnte.

„Ich glaube, sie hat weiter zugenommen“, lästerte Rita.

„Nein, das glaube ich nicht, sie hatte doch eben bloß diese dicke Daunenjacke an“, mutmaßte Rosi.

„Nee“, kommentierte Ute, „da hat Rita recht, es sind wieder ein paar Kilo hinzugekommen.“

„Die haben Sorgen“, dachte der Mann, und als sich seine Frau mitten in Höhe der alten Blockstelle Hindenburgdamm dann sogar noch einen zweiten Becher einschenken ließ, stand er auf und sagte:

„Ich rufe mal in der Pension an und gebe unsere Ankunftszeit durch.“

Seine Frau nickte.

„Ach, sie wohnen in einer Pension? Das ist aber romantisch“, meinte die sonst schüchterne Rosi.

„Es ist weit mehr als das“, bemerkte die Frau. „Das Haus Erwin ist ein altes Kapitänshaus mitten in Westerland. Jedes Zimmer ist anders eingerichtet, wir wohnen zum Beispiel im Ahnenzimmer. Der Betreiber ist ein echter Kapitän und wir kennen es seit vielen Jahren, die Gästebetreuung ist unschlagbar.“

„Spannend“, fand Ute.

„Auf jeden Fall“, meinte die Frau, „aber eigentlich fahren wir zum Jahresausklang nach Sylt, weil wir nach unserem Segelboot schauen müssen, das im Hafen von List liegt.

Sylt SchauplatzHausErwin
Sylt Landschaft
Sylt Strand

Es gab zahlreiche Herbststürme und vermutlich gibt es einiges auszubessern vor der nächsten Saison. Der Name des Bootes ist „Wellengeflüster“, na hoffentlich haben die Wellen dieses Mal nicht zu doll geflüstert. Wie ich hörte, reisen ihre Freunde ja auch per Boot nach Sylt?“

„Stimmt“, meinte Ute, „die Männer kommen mit der ,Gerlinde‘, ein tolles Schiff.“ „Na, wir machen lieber Kreuzfahrten und lassen uns verwöhnen“, befand Rita ein wenig angeberisch.

„Ach, das machen wir auch gern“, stimmte die Frau zu und meinte: „Letztes Jahr waren wir zu Silvester auf Madeira mit einem ganz kleinen Kreuzfahrtschiff. Es glich eher einer Jacht. Das hat uns auch gut gefallen, man wurde verwöhnt, musste sich selbst um nichts kümmern und konnte trotzdem, wenn man wollte, auf die Brücke und dem Kapitän beim Navigieren zusehen.“

Jahresausklang auf Sylt

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